Was sich so tut in unserem Blut

„Alarm! Schon wieder Viren!“ Eben noch schwamm das weiße Wächter-Blutkörperchen seelenruhig durch unsere Adern. Dann hatte es die fiesen Eindringlinge entdeckt: Viren. Viren sind Erreger, die überall vorkommen können: in der Luft, im Wasser, im Bus, in der Schule, auf Händen, in Nasen – und manchmal auch in Zecken. Viren machen Menschen, Tiere oder Pflanzen krank. Und jeder, der schon mal eine Erkältung hatte, weiß, dass das ruck zuck gehen kann. Mit bloßem Auge sind Viren nicht zu erkennen. Man braucht schon ein sehr gutes Mikroskop, um sie sichtbar zu machen. Aber dann sieht man: Viren gibt es in unzähligen Varianten. Und sie lösen unterschiedlichste Krankheiten aus.

 
 
 
 

Was sich so tut in unserem Blut

Zum Glück gibt es in unserem Blut die weißen Wächter-Blutkörperchen. Sie gehören zu unserem körpereigenen Abwehrsystem und sind wie eine Armee in unserem Körper stationiert. Haben sie einen Eindringling entdeckt, ist das sein Todesurteil: Fresszellen kommen und verspeisen ihn einfach. Klingt brutal, ist aber lebensnotwendig. Und es geschieht Tag und Nacht in unserem Blut – meist ohne dass wir es merken.

 
 
 
 

Was sich so tut in unserem Blut

Wenn die Viren in der Überzahl sind, werden wir krank. FSME-Viren, die von Zecken übertragen werden, können uns sogar sehr krank machen. Etwa ein bis zwei Wochen nach einem Zeckenstich fühlt man sich müde und alles tut weh. Das ist ganz klar, schließlich tobt in unserem Körper ein echter Kampf. Nach etwa einer Woche hat der Körper dann gewonnen. Meistens. Denn bei jedem zehnten Erkrankten kann es nach ein bis drei Wochen nochmals losgehen. Dann befallen die Viren unser Nervensystem. Und das kann richtig ernst werden. Bei einer Hirnhautentzündung leiden die Betroffenen an hohem Fieber, starken Kopfschmerzen, Schwindel, Lichtempfindlichkeit. Kurz: Sie fühlen sich total krank. Wenn auch noch das Gehirn und Rückenmark betroffen sind, kann es zu Lähmungen in den Armen oder Beinen kommen. Das kann Monate dauern. Und manche Patienten sterben sogar.

 
 
 
 

Was sich so tut in unserem Blut

Hättet Ihr das gedacht? Obwohl es heute so viele Medikamente gibt, hilft kein einziges gegen eine FSME-Erkrankung! Nur Euer eigener Körper kann Euch wieder gesund machen. Die Wächterzellen müssen daher ganze Arbeit leisten. Aber Ihr könnt Eurem Abwehrsystem helfen: Mit einer Impfung. Hier werden tote FSME-Viren in den Körper gespritzt. Die können Euch nicht krank machen. Aber Euer Abwehrsystem lernt die Bösewichte schon mal kennen. Und dann ist es wie in einer Verbrecher-Kartei: Kommen lebende FSME-Viren in den Körper, sind alle Wächter schon vorgewarnt und erledigen die Eindringlinge, bevor sie Euch schaden können.

Verrückt – Zecken sind so winzige Tiere und können gleich zwei gefährliche Krankheiten übertragen. Die zweite Krankheit wird aber nicht von Viren, sondern von Bakterien ausgelöst. Sie heißt Borreliose. Man erkennt sie, wenn sich einige Tage oder Wochen nach dem Zeckenstich ein roter Fleck um die Einstich-Stelle bildet. Auch eine Borreliose kann zu Lähmungen führen. Das Gute ist aber: Gegen Borreliose gibt es Medikamente. Der Körper ist also nicht nur auf sich selbst angewiesen. Aufpassen werden Eure weißen Wächter-Blutkörperchen trotzdem und beim nächsten Eindringling wieder rufen: „Alarm!“

 
 
 
 

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